Aktien kaufen für Anfänger: Die ersten 5 Schritte
Vom Notgroschen bis zur ersten Order – ein klarer Fahrplan, ohne Fachchinesisch.
Viele wollen mit Aktien anfangen, wissen aber nicht, wo. Die gute Nachricht: Der Einstieg ist heute einfacher und günstiger als je zuvor. Die schlechte: Genau deshalb machen viele am Anfang vermeidbare Fehler. Mit diesen fünf Schritten startest du sauber.
1. Erst der Notgroschen, dann die Börse
Geld, das du in den nächsten zwei bis drei Jahren sicher brauchst, gehört nicht in Aktien. Aktienkurse können auch mal 30 % oder mehr fallen – und genau dann willst du nicht verkaufen müssen, weil das Auto kaputt ist.
Eine gängige Faustregel: drei bis sechs Monatsausgaben als Rücklage auf dem Tagesgeldkonto. Erst was darüber hinausgeht, ist Anlagegeld.
2. Ziel und Zeithorizont festlegen
Frag dich ehrlich:
- Wofür lege ich an? (Altersvorsorge, Vermögensaufbau, ein bestimmtes Ziel)
- Wie lange kann das Geld liegen bleiben?
- Wie reagiere ich, wenn mein Depot 20 % im Minus ist?
Je länger dein Zeithorizont, desto besser kannst du Schwankungen aussitzen. Wer in fünf Jahren eine Wohnung kaufen will, sollte anders anlegen als jemand, der für die Rente in dreißig Jahren spart.
3. Ein Depot eröffnen
Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Achte auf:
| Kriterium | Worauf achten |
|---|---|
| Ordergebühren | Bei Neo-Brokern oft 0–1 € pro Kauf |
| Depotgebühren | Sollten heute bei 0 € liegen |
| Handelsplätze | Zugang zu deutschen und US-Börsen |
| Einlagensicherung | Seriöser Anbieter mit Sitz in der EU |
| Sparpläne | Praktisch für regelmäßiges Investieren |
Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten per Video-Ident.
4. Die ersten Aktien auswählen
Hier passieren die meisten Fehler. Statt auf den neuesten Hype-Tipp aus Social Media zu setzen, stell dir bei jeder Aktie drei Fragen:
- Verstehe ich, womit das Unternehmen Geld verdient?
- Wächst das Geschäft – und bleibt dabei Gewinn übrig?
- Ist der Preis vernünftig? Ein tolles Unternehmen kann trotzdem eine schlechte Investition sein, wenn du zu teuer kaufst.
Für Punkt 3 hilft ein Blick auf Kennzahlen wie das KGV. Und statt alles auf eine Karte zu setzen, verteilst du dein Geld auf mehrere Aktien und Branchen.
5. Klein anfangen und dranbleiben
Du musst nicht alles auf einmal investieren. Viele fahren gut damit, gestaffelt zu kaufen: einen Teil jetzt, einen Teil später. So nimmst du den Druck raus, den „perfekten" Zeitpunkt zu erwischen – den kennt ohnehin niemand. Mehr dazu im Artikel über Kaufzonen und gestaffeltes Kaufen.
Typische Anfängerfehler
- Zu viel auf einmal in eine einzelne Aktie
- Panikverkauf beim ersten größeren Minus
- Hype hinterherlaufen, nachdem eine Aktie schon stark gestiegen ist
- Ständig umschichten und dabei Gebühren und Steuern verschenken
Mehr dazu in unserem Artikel über die teuersten Anlegerfehler.
Fazit
Aktien sind kein Glücksspiel, wenn du mit Plan vorgehst: Rücklage zuerst, klares Ziel, günstiges Depot, verständliche Unternehmen zu vernünftigen Preisen – und Geduld. Der wichtigste Schritt ist oft einfach, anzufangen.
Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Kapitalanlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust. Keine Anlageberatung. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.