Diversifikation: Wie viele Aktien sollte ein Depot haben?
Zu wenige Aktien sind riskant, zu viele verwässern. So findest du die richtige Mischung.
„Leg nicht alle Eier in einen Korb" – das kennt jeder. Aber wie viele Körbe braucht man eigentlich? Und reicht es, einfach viele Aktien zu kaufen?
Warum Diversifikation wichtig ist
Jede einzelne Aktie kann schiefgehen: ein Bilanzskandal, ein verlorener Großkunde, eine neue Konkurrenz. Wer nur zwei, drei Aktien besitzt, erlebt so ein Ereignis mit voller Wucht. Wer breit streut, spürt es kaum.
Diversifikation schützt dich vor dem unternehmensspezifischen Risiko. Vor dem Marktrisiko – wenn einfach alles fällt – schützt sie nicht.
Wie viele Aktien sind sinnvoll?
Studien zeigen: Der größte Teil des Einzelrisikos verschwindet bereits mit 15 bis 25 Aktien aus unterschiedlichen Branchen. Darüber sinkt das Risiko nur noch wenig, der Aufwand fürs Verfolgen steigt aber deutlich.
| Anzahl | Einordnung |
|---|---|
| 1–5 | stark konzentriert, hohes Einzelrisiko |
| 10–15 | solide, wenn Branchen gut gemischt sind |
| 15–25 | für viele Privatanleger ein guter Bereich |
| 40+ | kaum Zusatznutzen, schwer zu überblicken |
Wichtig: Die Zahl allein sagt wenig. 20 Tech-Aktien aus den USA sind kaum diversifiziert.
Die drei Ebenen der Streuung
- Branchen: Technologie, Gesundheit, Konsum, Industrie, Finanzen, Energie … Verschiedene Branchen reagieren unterschiedlich auf Zinsen, Konjunktur und Krisen.
- Länder und Währungen: Wer nur deutsche oder nur US-Aktien hält, hängt an einer einzigen Wirtschaft und Währung.
- Risikoprofil: Stabile Qualitätsunternehmen, Wachstumswerte und spekulative Chancen gehören in unterschiedlichen Anteilen ins Depot.
Im Aktienkreis-Musterdepot verteilen wir das Risiko zum Beispiel auf drei Stufen: 60 % konservativ, 30 % mäßig aggressiv, 10 % aggressiv. Das ist keine Vorgabe für dich, zeigt aber das Prinzip.
Klumpenrisiken erkennen
Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil deines Depots von derselben Sache abhängt. Typische Beispiele:
- Eine einzelne Aktie ist durch starke Kursgewinne auf 30 % des Depots angewachsen
- Mehrere Aktien hängen alle am selben Trend (z. B. KI-Chips)
- ETF und Einzelaktien überschneiden sich stark – du hältst Apple dreimal, ohne es zu merken
Genau dafür gibt es im Aktienkreis den Depot-Check: Screenshot hochladen, und du siehst Branchen- und Länderverteilung, deine größten Positionen und Überschneidungen.
Wie groß sollte eine einzelne Position sein?
Eine verbreitete Faustregel: Keine Einzelaktie über 5–10 % des Depots beim Kauf. Spekulative Werte eher kleiner, stabile Qualitätsunternehmen eher größer. So kann dich ein einzelner Fehlgriff nicht aus der Bahn werfen.
Fazit
Gute Diversifikation heißt nicht „möglichst viel", sondern „möglichst unterschiedlich". 15 bis 25 gut gemischte Aktien, keine übergroßen Einzelpositionen und ein regelmäßiger Blick auf Klumpenrisiken – damit bist du solide aufgestellt.
Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Kapitalanlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust. Keine Anlageberatung. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.